Dr. med. Ulrich Megerle
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Als „Normalgynäkologe“ in dieser Spezialpraxis zu arbeiten macht Spaß. Schön, ständig im engen Austausch mit den Reproduktionsärzten und -innen zu stehen, vor allem, weil ich natürlich schon vor der Hochspezialisierung des Faches Frauen mit den damaligen Möglichkeiten bei ihrem Kinderwunsch zur Seite zu stand.
Schon in meiner Schülerzeit haben mich zwei Dinge besonders interessiert: der menschliche Körper und der Sport. Eigentlich klar, dass ich bei einem Berufswunsch in der Medizin und Sportmedizin landen musste. (Ich bin auch Ex-Marathonläufer und Triathlet)
In der Zeit, als ich 1982 meine erste Praxis als Frauenarzt eröffnete, gab es gerade recht intensive Diskussionen zum Thema Wechseljahre, deren Behandlungsmöglichkeiten, -notwendigkeiten und -risiken. Nach dem Einführen der „Pille“ war es endlich möglich, identisch körpereigene Sexualhormone im Reagenzglas herzustellen. Die sich anbahnende Revolution in den Behandlungsmöglichkeiten führte u.a. mit eher falsch verwendeten oder falsch zugeführten Hormonen zu enormen Auseinandersetzungen über Risiken und Nutzen solcher Therapien.
Andererseits war es in der täglichen Anwendung faszinierend zu sehen, wie die Frauen (die sie wirklich benötigten) eine kaum fassbare Verbesserung der Lebensqualität ermöglichte.
Die Faszination an der Hormonersatztherapie hat mich seither nie mehr losgelassen. Über Jahrzehnte hinweg habe ich viel Öffenlichkeitsarbeit dazu geleistet und auch viele Vorträge vor Ärzten zu dem Thema gehalten.
Immer mehr Erkenntnisse zu dieser Therapie liegen vor. Betroffenen Frauen kann immer gezielter geholfen werden.
Allerdings ist es nicht einfach Wechseljahressymptome überhaupt zu erkennen. Es erfordert häufig viel Zeit und Geduld, um einen individuellen Ansatz zu finden.
Ein anderes Thema liegt mir auch am Herzen. Ich will versuchen, Frauen ein besseres Gefühl für ihren Körper zu vermitteln. Ansätze dafür finden sich in der Sport- und Ernährungsmedizin, auch in diesen Bereichen kommt mir ann eine entsprechende Ausbildung zugute.
Wenn ich gefragt werde, warum ich denn in meinem Alter immer noch arbeite, fällt mir die Antwort leicht. Ich glaube, ich habe mich in jungen Jahren den für mich besten denkbaren Beruf ergriffen. Es bereitet mir Freude, mit meiner doch beträchtlichen Erfahrung meinen Patientinnen helfen zu können, gerade in Zeiten, in denen in Bayreuth kaum noch Termine für eine Beratung zu bekommen sind.